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Endlich, fast 20 Jahre nach dem Mauerfall, konnte ich meinen heimlichen Traum verwirklichen ein paar Tage in Schottland zu verbringen. Wie oft hatte ich als Schüler im Atlas geblättert und  in Gedanken meine Reise zusammengeträumt.
Nun aber war es soweit - Dienstag morgen fuhren Uli und ich zum Flughafen Berlin Schönefeld - 7:00 Uhr sollte der Flieger nach London gehen und von da, 4 Stunden später nach Inverness. Nichts, aber auch gar nichts hatte ich diesmal dem Zufall überlassen.
Der Parkplatz für das Auto war reserviert, im meiner Tasche waren die Bustickets von Inverness zum Loch Cluanie, die Hotelreservierung für die erste Übernachtung und die Bestätigung vom Schottischen Jugendherbergsverband für eine Übernachtung in Schottlands "abgelegenster" Wanderhütte der "Allbeithe".
Vorsorglich waren die Wanderkarten eingenordet ( ja richtig - schön altmodisch mit dem Kompass )  laminiert um auch im Regen noch erkennbar zu sein und die Nothilfepacks auf den neusten Stand gebracht.



Ja - es war an alles gedacht, außer das der einzige defekte Flieger dieses Tages unserer war. Unnütz zu erwähnen das natürlich alle anderen Flüge nach London ausgebucht waren.................
Ich hätte heulen können, "mein" Schottland, "mein" schöner Plan, alles dahin - pausenloses Nachfragen am Schalter der Airline konnte die Reparatur des Fliegers auch nicht beschleunigen, wohl aber die Einsicht des Personals das ich da unbedingt hinmöchte. "Nehmen Sie doch den 10:00 Flieger nach GLASGOW dann sind Sie wenigstens schon mal in Schottland", wurde mir angeboten. Eine kurze Recherche ergab, Loch Cluanie lag ca. 300 Km von Glasgow entfernt und von da auch nur per PKW erreichbar.
Egal - wir wollten dahin - die Wartezeit nutzte ich, um noch in Berlin einen Mietwagen in Glasgow zu reservieren. Erst nachdem der Flieger in der Luft war, konnten wir uns beruhigt zurücklehnen auch wenn mir der Gedanke an den Linksverkehr doch einige Sorgen bereitete, hatte ich doch meine Erfahrungen mit dem Auto durch London zu fahren, sagte mir dann aber, dass ich ja jetzt auf dem Land unterwegs bin.
In Glasgow gelandet, bekamen wir noch am Gate die Fahrzeugschlüssel und Papiere ausgehändigt und das Auto stand startklar am Flughafeneingang - hier machte sich der Stammkundenbonus beim Autovermieter angenehm bemerkbar.
Navi an die Scheibe gepappt Ziel eingegeben und los gings. OK - die ersten paar Kilometer fuhr ich "etwas" verkrampft, aber nach einer halben Stunde und Glasgow hinter uns gelassen konnte ich die Fahrt schon wieder geniessen, auch wenn sich nach wie vor mein innerstes dagegen wehrte "falschherum" in den Kreisverkehr zu fahren oder von links auf die Autobahn zu fahren..............



Bald darauf waren wir fast allein auf den traumhaften Straßen unterwegs und hatten auch genügend Zeit an besonders schönen stellen zu halten um die Landschaft auf uns wirken zu lassen. In Tirum machten wir an einem kleinen "Tante Emma" Laden halt, um Proviant für unsere Wanderung am nächsten Tag zu kaufen - endlich konnte ich mein in den letzten Jahren erlerntes VHS Englisch anwenden.
Gegen 17:00 Uhr kamen wir dann am Hotel "Cluanie Inn" wohlbehalten an - sogar noch 2 Stunden früher, als ich es mit dem Bus geplant hatte. Nach einem leckeren schottischen Abendessen und einem kleinen Spaziergang fielen wir dann müde ins Bett.




Nach einem typischen schottischen Frühstück am nächsten Morgen und einer kurzen Kontrolle unseres Reisegepäcks konnte es endlich losgehen. Die ersten Kilometer unserer Tagestour führten vom "Cluanie Inn" entlang am Loch Cluanie zum Fuße des "Coire a Chait". Dann hieß es "Gehirn ausschalten", da es die nächsten 4 Stunden stetig bergauf gehen sollte. Wie ich schon aus anderen Reiseberichten entnehmen konnte, gibt es in Schottland keine markierten Wanderwege, daher sind detailierte Wanderkarten und ein Kompass unerlässlich.
Gegen Mittag erreichten wir die Steinpyramide, die den Gipfel des A`Chralaig markiert und konnten die atemberaubende Aussicht, bishin zur Küste, geniessen. Das Wetter meinte es SEHR gut mit uns und wir konnten entlang des Gebirgskamms unser nächstes Ziel, den Mullach Fraoch Choire, schon sehen.
5 Stunden später erreichten wir das Ende der Bergkette und wir konnten von oben herab in das Glen Affrick schauen und mit Hilfe des Fernglases das rote Dach der Wanderhütte "Allbeithe" erkennen - unsere Schlafstätte für diese Nacht, allerdings brauchten wir noch einmal ca. 2 Stunden für den Abstieg auf den teilweise sehr "rutschigen" Grasnaben die unsere volle Aufmerksamkeit erforderte.
Gegen 18:00 Uhr erreichten wir unser Tagesziel, die "abgelegenste" Wanderhütte Schottlands, die Allbeithe. Außer uns beiden waren noch 3 Wanderfreunde aus Liverpool in der Hütte, die freundlicherweise schon das Feuer im Kamin entzündet und heisses Wasser aufgesetzt hatten. So konnten wir zu unseren Instantgerichten auch noch den Instant Kaffee geniessen.




Das Frühstück am nächsten Morgen war zwar recht spartanisch, dafür war es ein unvergleichliches Erlebniss mit einer Tasse (Instant) Kaffee den Sonnenaufgang im Glen Affrick zu geniessen.
Von den Wanderfreunden aus Liverpool hatte ich am Abend zuvor erfahren, dass etwas weiter in den Bergen die Absturzstelle eines "Wellington Bombers" aus dem zweiten Weltkrieg ist und es da noch viele Wrackteile zu sehen gibt. Zuerst waren wir sehr skeptisch, immerhin lag der Absturz bereits über 60 Jahre zurück, aber neugierig waren wir schon geworden und so machten wir und auf die Suche nach der Absturzstelle.
Tatsächlich - nach 2 Stunden fanden wir im hohen Gras die ersten Trümmerteile die erstaunlich gut erhalten waren. Teile des Propellers, Motors und der Instrumente waren in weitem Umkreis verstreut. Genau wie alle Wanderer vor uns haben wir alles Fotografiert, aber keines der Teile mitgenommen. Eine spätere Recherche ergab, das der Wellington Bomber 1944 hier wegen technischer Probleme abstürzte, die 6-köpfige Besatzung sich aber retten konnte.
Auf dem Weg zurück zum Loch Cluanie hatten wir noch Gelegenheit einige der scheuen Hirsche und Rehe zu beobachten und zu fotografieren.
Am späten Nachmittag kamen wir erschöpft aber zufrieden wieder am Hotel "Cluanie Inn" an. Nach einer warmen Dusche, frischer Kleidung konnten wir den Abend bei einem leckeren Abendessen ausklingen lassen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verliessen wir das "Cluanie Inn" und fuhren entlang des Loch Cluanie Richtung Inverness. Unterwegs hielten wir noch am sagenumwogenen Loch Ness, leider ohne das berühmte Ungeheuer zu sehen - macht aber nichts, schön war die Fahrt allemal.

Auto am Flughafen abgegeben, kurz auf den Flieger gewartet und 1 Stunde später landeten wir auch schon in London Gatwick. Hier hatten wir dann wie geplant 4 Stunden Gelegenheit den Flughafen, der so einer Kleinstadt ähnelt, zu erkunden - und die teilweise nervigen Sicherheistkontrollen über uns ergehen zu lassen - ich bewundere heute noch die Sicherheitsbeamten die meine 5 Tage getragenen Wanderschuhe untersuchten.

Unser Flieger Richtung Berlin startete pünktlich und am späten Abend landeten wir wieder wohlbehalten in Berlin - noch 2 Stunden Autofahrt und unser Schottlandwanderkurzurlaub war Vergangenheit.

Über eines waren wir uns aber einig - wir kommen wieder.

 

 

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